Broken Strings

7 Mai 2009 von mokilog Kommentieren »

Fast jeder Dieb, Räuber, Mörder hinterläßt Spuren am Ort seiner Tat – aber kaum jemand läßt mehr zurück als Liebende, die auf einmal keine Liebenden mehr sind. Der Dieb nimmt weg, wenn er kommt; die Ex-Liebe fügt hinzu, wenn sie geht: Gefühle, Schmerzen, Erinnerungen in Form von alten T-Shirts, Notizbüchern, Lippenstiften, Ausweisen, Zahnbürsten, Taschenbüchern, CDs, Flugtickets, Kinokarten, Cocktailkleidern, Weinflaschen, Kaugummies, Fremdwährungen. Seltsame Totems vergangener Existenzen sind das, die Geschichten erzählen, und meist sind sie Traurig. “Got a picture of you beside me, got your lipstick mark still on your coffee cup” heißt es in dem Trennungsklassiker “Back for good” von Take That. Was tun mit diesen Dingen der Vergangenheit, ihren stillen Schreien und ihrem schrillen Schweigen?

Diesen schönen Text fand ich letztes mal bei jetzt.de(click here). Der eigentliche Artikel ist zwar länger aber ich möchte auf diesen Absatz näher eingehen und meine persönliche Meinung abgeben. Wer selber eine Trennung oder mehrere miterlebt hat, kann den Text sehr gut nachvollziehen wenn er eigentlich nur schöne Erinnerungen an die Beziehung hatte und sich manchmal selber die Frage stellt “warum ist es eigentlich vorbei gewesen und was lief damals schief?”. Gerade die oben angeführten “Totems” beamen uns geistig in den Verlauf der Vergangenheit und es fühlt sich so an als wäre es erst gerade eben gewesen. Der Duft von ihr/ihm ist noch immer in der Luft, die schönen Lippen und das wundervolle Lachen blitzen geistig auf und  ab – ein leichtes Seufzen kommt hervor “wie schön das doch alles damals war” und ganz leise, nur durch die totale Stille verursacht dringt ein kaum hörbares “warum?” durch den Raum von Zeit und Geist. Ein kleines Aufschnaufen; die Dinge werden sofort weggeräumt weil man sich zu sehr beobachtet und ertappt fühlt. Irgendwie hat man auch ein schlechtes Gewissen, weil man sich damals geschworen hat “nie wieder zurück zu blicken”. Eine kleine Weile vergeht und man grübelt wieder “Sommer 2008 – Unser Sommer, niemand konnte uns aufhalten und unser Glück nehmen wir waren auf Level Unbesiegbar”. Ein kleines Lächeln streift unsere doch inzwischen verbitternden Lippen und wir merken, dass es uns auf einmal viel besser geht! Was ist passiert? Spontaner Endorphin-Überschuss im Körper verursacht durch einen Gedanken der uns alles Böse und Schmerzhafte vergessen lässt? Eine mögliche Ursache und der letzte Satz: Wir haben es geschafft damit abzuschließen…

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